Muss man den KI-Avatar jedes Mal beim Namen rufen?
12 s
Gespräch ohne Namensaufruf
eingestellter Wert
eingestellter Wert, keine Messung · ab dem letzten Satz, danach braucht es wieder seinen Namen
Kurz gesagt
Nein. Nach jeder Antwort hört der KI-Avatar auf Nachfragen ohne seinen Namen, denn am Tisch sagt auch niemand vor jeder Nachfrage den Namen. «Und warum?» genügt, ein «Okay» beantwortet er nicht. Das Gespräch endet 12 s nach dem letzten Satz oder sobald die Moderation jemand anderen aufruft. Eine blosse Erwähnung seines Namens zählt nicht als Aufruf.
Stand 2. Oktober 2026
01Vorgeschichte
Die Nachfrage, auf die keine Antwort kam
«Was könnten wir dagegen machen?» Das fragte eine Testperson, gleich nachdem der KI-Avatar geantwortet hatte. Er schwieg, denn sein Name war nicht gefallen.
Als wir den Lauf danach durchgingen, störte uns diese Stille mehr als jede Wartezeit darin. Eine Pause vor der Antwort erklärt sich von selbst. Eine Frage, auf die gar nichts kommt, wirkt wie eine Panne.
Daraufhin bauten wir ein, dass er nach einer Antwort auch ohne Namen weiterhört. In den folgenden Live-Tests beantwortete er Nachfragen ohne Namen, wenn auch nicht jede.
02Aufruf
Ein Name ist noch kein Aufruf
Am sichersten steht sein Name als Anrede am Satzanfang, mit der Frage im selben Satz: «Albert, wie siehst du das?». Eine solche Anrede gilt sofort als Aufruf.
Oft kommt die Frage erst einen Satz später. Die Moderation sagt zum Beispiel «Albert, du hast die ganze Runde mitgehört.» und fragt dann «Was fehlt dir in dieser Diskussion?». Er wartet den zweiten Satz ab und nimmt beide zusammen als seine Frage. Redet sie danach noch weiter, hört er zu, bis sie fertig ist.
Fällt sein Name anders als in einer solchen Anrede, prüft er zuerst, ob wirklich er gemeint ist. Ein Satz wie «Albert hat vorhin gesagt …» beginnt zwar mit seinem Namen, spricht aber über ihn. Darauf bleibt er still.
03Gespräch
Wie lange er ohne Namen zuhört
Ob er noch zuhört, sieht die Moderation auf ihrem Tablet. Dort steht dann ein grüner Hinweis «Im Gespräch», und jede weitere Antwort verlängert die Zeit. Ist der Hinweis weg, braucht die nächste Frage wieder seinen Namen.
Sätze ohne seinen Namen prüft er in dieser Zeit ebenso und zieht dafür heran, was eben gesagt wurde. Eine Nachfrage beantwortet er etwas langsamer als einen Aufruf mit Namen: im Median nach gut zwei Sekunden statt nach knapp zwei.
Viele Sätze in dieser Zeit gelten nicht ihm. Während einer Testdiskussion liess er zwölf Sätze ohne seinen Namen liegen und sprach kein einziges Mal ungebeten.
- 12 sGespräch ohne Namensaufrufab dem letzten Satz · ein eingestellter Wert, keine Messung
Darauf antwortet er
- eine Nachfrage wie «Und warum?»
- einen Widerspruch oder eine Aufforderung an ihn
- einen neuen Aufruf mit seinem Namen
Darauf antwortet er nicht
- ein «Danke», ein «Okay» und ähnliche Bestätigungen
- eine Frage an einen Gast oder an den Saal
- eine Nachfrage ohne Namen, wenn die Zeit abgelaufen ist
04Lücken
Wo ihm eine Nachfrage entgeht
Die erste Lücke ist eine lange Nachfrage ohne Namen. In derselben Diskussion holte eine Testperson nach seiner Antwort rund zwanzig Sekunden aus und stellte ihre Frage erst ganz am Schluss. Da war die Zeit schon abgelaufen. Dreimal kam eine solche Frage dort nur an, weil am Ende noch sein Name fiel.
Seither läuft die Zeit mit, solange jemand weiterspricht, und er prüft den ganzen Beitrag, nicht nur dessen letzten Satz.
Die zweite Lücke ist die Du-Frage ohne Namen. Inzwischen soll er eine Du-Frage direkt nach seiner Antwort eher auf sich beziehen. Eine feste Regel ist das nicht; einmal überging er trotzdem eine, bis sein Name fiel. Fester machen wir es bewusst nicht, denn «Was meinst du?» kann ebenso dem Gast neben ihm gelten. Wo es darauf ankommt, sagt die Moderation seinen Namen.
05Fragen
Wenn der Wortwechsel anders läuft
Darf auch ein Gast nachhaken, oder nur die Moderation?
Auch ein Gast. In der Zeit nach seiner Antwort zählt jede Nachfrage an ihn, egal von wem sie kommt, und am Pult hört er dafür alle Podiumsmikrofone mit. Geprüft haben wir das an einem Laptop, an dem alle ins selbe Mikrofon sprachen.
Wie beende ich das Gespräch vor Ablauf der Zeit?
Rufen Sie jemand anderen beim Namen auf, dann ist er sofort draussen. Oder tippen Sie auf STOPP, das beendet auch eine Antwort, die gerade läuft.
Warum hört er nicht den ganzen Abend ohne Namen zu?
Weil die Moderation bestimmen soll, wann er spricht, und er ohne Namen nur einschätzen kann, ob ein Satz ihm gilt. Kommt nach seiner Antwort keine Nachfrage an ihn, endet das Gespräch. Zurück holt ihn danach sein Name, oder die Moderation gibt ihm auf dem Tablet den letzten Satz eines Gastes als Frage oder tippt ihm eine.