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Wie moderiert man eine Podiumsdiskussion mit KI-Avatar?

Kurz gesagt

Den KI-Avatar rufen Sie beim Namen auf, mit Name und Frage in einem Satz. Wie lang er antwortet, bestimmt Ihre Frage: Auf «in einem Satz» kommt ein Satz, auf «erklär uns» eine ausführliche Erklärung von gut einer halben Minute. In der Vorbereitung ist er der einzige Gast, dessen Position Sie nicht erfragen. Sie legen sie im Briefing fest.

Stand 2. Oktober 2026

01Aufruf

Ein Name allein ist noch keine Frage

Auf einem Podium stellt die Moderation eine Frage oft zuerst in die Runde und sagt erst danach, wer sie beantworten soll. Menschliche Gäste kostet das nichts. Beim KI-Avatar kostet es Sekunden, denn nach einem blossen Namen wartet er ab, ob noch etwas kommt.

Wie viele, haben wir gemessen. Die Frage kam zuerst, der Name erst danach und für sich allein. Bis zu seinem ersten Ton vergingen gut vier Sekunden, zwei davon wartete er auf eine Fortsetzung. Stand der Name in der Frage, war er im selben Lauf nach gut zwei Sekunden zu hören, ob vorne oder hinten. Das sind Einzelwerte aus einem Test. Der Unterschied von rund zwei Sekunden ist die Wartezeit.

Schreiben Sie den Namen auf der Moderationskarte deshalb in die Zeile der Frage, etwa «Albert, was spricht dagegen?». Eine Frage, die vor seinem Namen gestellt wurde, greift er nicht verlässlich auf.

02Umfang

Die Frage bestimmt, wie lang er redet

Auf die Moderationskarte gehört neben jede Frage an ihn ein Stichwort. «Kurz» oder «in einem Satz» ergibt einen Satz. Soll er ausholen, schreiben Sie «erklär uns» dazu, dann kommt eine ausführliche Erklärung von gut einer halben Minute. Ohne Stichwort antwortet er in drei bis vier Sätzen, auf lange Fragen etwas ausführlicher.

Auch «Schlusswort» zählt als Stichwort für eine kurze Antwort. Im selben Test wurde er um sein Schlusswort gebeten. Er antwortete mit einem Satz, nach weniger als zwei Sekunden, schneller als auf jeden anderen Aufruf in diesem Lauf.

So legen Sie seine Redezeit mit der Frage fest, was man sich bei manchem menschlichen Gast wünschen würde. Im Zeitplan rechnen Sie ihn als Gast mit kurzen Beiträgen.

03Pause

Lassen Sie die Pause nach dem Aufruf stehen

Zwischen Ihrem Aufruf und seinem ersten Ton liegen rund zwei Sekunden.

Wer in dieser Zeit nachschiebt, etwa «oder anders gefragt …», verlängert sie. Solange die Moderation redet, wartet er auf das Ende der Frage. Schauen Sie lieber zur Leinwand, wie zu einem Gast, dem Sie gerade das Wort gegeben haben. Das Erste, was der Saal von ihm hört, ist ein kurzes «Also.» oder «Hm.», und ab da läuft seine Antwort.

04Fragen

Wenn es auf der Bühne eng wird

  • Was passiert, wenn ein Gast ihm ins Wort fällt?

    Das entscheiden Sie. Soll der Gast sofort übernehmen, tippen Sie auf dem Tablet auf STOPP. Sonst geben Sie dem Gast nach der Antwort mit dessen Namen das Wort; auf den Zuruf selbst geht er nicht ein. Rufen Sie seinen Namen in die laufende Antwort, hält er einmal pro Antwort kurz an, sagt einen kurzen Satz wie «Moment — den Gedanken führe ich noch kurz zu Ende» und spricht weiter. Einplanen sollten Sie das noch nicht, denn gemessen ist es bisher nur im Labor.

  • Muss ich neben dem Moderieren Technik bedienen?

    Nur das Tablet, und auch das nur, wenn Sie ihn anhalten oder ihm eine Frage geben wollen. Den Laptop betreut jemand von uns, der neben Ihrer Tontechnik sitzt.

05Vorbereitung

Beim Gast erfragen Sie die Position, dem KI-Avatar geben Sie eine

Eine Podiumsdiskussion braucht eine Leitfrage, auf die es mehr als eine vertretbare Antwort gibt. «Braucht die Schweiz die Viertagewoche?» trägt eine Stunde. «Wie arbeiten wir in Zukunft?» ist schnell ausdiskutiert, weil niemand widersprechen muss.

Im Vorgespräch finden Sie heraus, wo ein Gast zu dieser Frage steht. Beim KI-Avatar ist es umgekehrt. Seine Position legen Sie selbst fest, im Briefing zusammen mit Thema und Teilnehmenden. Albert ist als Provokateur angelegt; ob er an Ihrem Anlass für oder gegen die Viertagewoche argumentiert, entscheidet das Briefing.

Wer sonst in Mundart oder Englisch moderiert, wechselt für diesen Anlass zu Hochdeutsch, denn er versteht und spricht vorerst nur Hochdeutsch.

06Ablauf

Ein Vorschlag für 60 Minuten

Gerechnet für drei oder vier Gäste und einen KI-Avatar.

  1. 01

    Einstieg, 5 Minuten

    Stellen Sie ihn mit den Gästen vor, ausdrücklich als KI-Avatar.

  2. 02

    Erste Runde, 15 Minuten

    Rufen Sie ihn erst auf, wenn es Aussagen gibt, auf die er sich beziehen kann. Dann kann er Gäste beim Namen nennen und ihnen widersprechen.

  3. 03

    Diskussion, 20 Minuten

    Sind sich die Gäste schnell einig, holen Sie bei ihm die Gegenposition. Eine Nachfrage direkt nach seiner Antwort braucht seinen Namen nicht. Mit dem Namen eines Gastes geben Sie das Wort weiter, und er schweigt wieder.

  4. 04

    Fragen aus dem Saal, 15 Minuten

    Standardmässig hört er nur, was über die Bühnenmikrofone kommt. Eine Saalfrage an ihn sprechen Sie deshalb mit seinem Namen nach oder tippen sie auf dem Tablet ein.

  5. 05

    Schlussrunde, 5 Minuten

    Ein Satz pro Gast. Bei ihm genügt das Wort «Schlusswort» im Aufruf.

Beginnen Sie mit der Moderationskarte. Markieren Sie in diesem Ablauf die Stellen, an denen Sie ihn aufrufen, und schreiben Sie für jede eine Zeile mit Name, Frage und Stichwort für die Länge. In der Generalprobe lesen Sie diese Zeilen laut, bis Name und Frage in einem Zug kommen.

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