Was wir entschieden haben und was die Tests davon übrig liessen
Kurz gesagt
Im Journal begründen die Gründer von Aura51 Entscheidungen beim Bau von KI-Avataren für die Bühne. Ein neuer Beitrag entsteht, wenn wir etwas Grundsätzliches entscheiden oder ein Test uns widerspricht. Die ersten beiden handeln von Widerspruch im Briefing und davon, warum auf dieser Website steht, was noch nicht geht.
Stand 2. Oktober 2026
- Beitrag · 2. Oktober 2026
Widerspruch auf Bestellung: Taugt ein KI-Avatar als Advocatus Diaboli?
Wir halten eine Podiumsdiskussion ohne Gegenstimme für verschenkt, denn erst ein Einwand zwingt die Gäste, Gründe zu nennen. Das gilt auch für gespielten Widerspruch. Sind auf dem Podium alle gleicher Ansicht, kann ein KI-Avatar mit einer Position aus dem Briefing den Advocatus Diaboli geben. Einen echten Gegner ersetzt er nicht, denn laut einer Studie von 2001 wirkt gespielter Widerspruch schwächer.
- Beitrag · 2. Oktober 2026
Warum wir veröffentlichen, was noch nicht geht
Weil eine geschönte Zahl am ersten Anlass auffällt und man danach auch den richtigen nicht mehr glaubt. Deshalb steht bei jeder Fähigkeit unserer KI-Avatare, wie weit sie belegt ist, selbst wenn sie erst im Labor gemessen ist. Fehlt in einer Antwort der Vorbehalt, lässt sich die Website nicht bauen.
01Erste Beiträge
Zwei Entscheidungen, die man uns vorhalten könnte
Wir haben mit zwei Beiträgen angefangen, die auf den ersten Blick gegen unser eigenes Interesse sprechen.
Im ersten raten wir Veranstaltern unter einer Bedingung von unserem KI-Avatar ab. Wer jemanden kennt, der wirklich anderer Meinung ist, soll diese Person einladen. Warum wir den KI-Avatar trotzdem widersprechen lassen, begründet der Beitrag mit dem Unterschied zwischen einer Arbeitsgruppe und einem Podium.
Der zweite erklärt, warum neben jeder Fähigkeit auf dieser Website steht, wie weit sie belegt ist, auch dort, wo eine runde Zahl besser aussähe. Er beginnt mit einem Test, der schiefging.
02Aus den Tests
Von «zu lang» zu «zu kurz»
Keine Antwort kürzer als 210 Zeichen. So redete der KI-Avatar, als wir mit den Live-Tests begannen. Wann er aufhörte, entschied eine technische Grenze und nicht die Frage. Wir zogen eine engere Grenze bei 240 Zeichen und gaben ihm die Anweisung, früher das Wort abzugeben.
Nach dem nächsten Test banden wir die Grenze an die Art der Frage, denn eine feste Grenze sitzt immer für eine Art von Frage falsch: für eine Nachfrage zu weit, für eine verlangte Erklärung zu eng. Wer «kurz» sagt oder ein Schlusswort verlangt, bekommt eine knappe Antwort, wer um ein Beispiel bittet, eine längere. Die Moderation muss dafür nichts einstellen. Später fand die Testrunde seine Antworten dennoch zu knapp: Zu viele endeten genau an der Grenze für gewöhnliche Fragen. Deshalb wächst diese Grenze seither mit der Länge der Frage.
Die Grenze lag trotzdem noch zu tief. Im folgenden Lauf stiessen seine Antworten auf einen Namensaufruf wieder alle an die Grenze. Nach einer weiteren Korrektur beendete der KI-Avatar seine Antworten im Lauf darauf selbst. Um eine genauere Erklärung gebeten, sprach er 516 Zeichen.
03Regeln
Woran Sie uns messen können
Die Beiträge schreiben die Gründer Oliver Schibli und Martin Radelfinger. Für jeden gelten vier Regeln.
- Jeder Beitrag trägt das Datum seiner letzten Änderung.
- Eine Meinung kündigen wir an, bevor wir sie begründen. Der Beitrag über Widerspruch beginnt deshalb mit «Wir halten …».
- Studien und Zahlen Dritter stehen mit ihrer Primärquelle unter dem Beitrag.
- Eine Szene, die wir uns ausdenken, ist im Text als Beispiel bezeichnet.
04Noch offen
Der Beitrag, der noch fehlt
Nach jeder Pilot-Veranstaltung erscheint hier ein Bericht, mit dem Aufbau und den Werten aus dem Saal.