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Ist ein Digital Human dasselbe wie ein KI-Avatar?

Kurz gesagt

Nicht ganz. Ein Digital Human ist eine computererzeugte Gestalt, die wie ein Mensch aussieht, meist fotorealistisch. Ob ein Schauspieler oder eine KI ihr die Worte gibt, lässt der Begriff offen. KI-Avatar sagt, wer spricht. Deshalb nennen wir unsere Charaktere so. Wer ihnen zuhört, soll wissen, dass eine KI redet.

Stand 2. Oktober 2026

01Echt oder nicht

Das Gesicht des KI-Avatars verrät nicht, was er ist

Mitten in einem Live-Test sagte eine Testperson über den KI-Avatar: «der ist ja gar nicht echt». Gedacht war der Satz als Provokation.

Recht hatte die Testperson trotzdem, und man sieht es ihm nicht an. Er ist fotorealistisch. Darum muss sein Name sagen, was sein Gesicht verschweigt.

02Der Begriff

Hinter einem Digital Human kann auch ein Mensch stecken

Im Film spielt oft ein Schauspieler die digitale Rolle. Motion Capture überträgt seine Bewegungen und seine Mimik auf die Gestalt, der Text kommt aus dem Drehbuch. Bei einer Liveshow sitzt manchmal jemand hinter der Bühne, bewegt die Gestalt in Echtzeit und leiht ihr seine Stimme.

Beantwortet eine ähnliche Gestalt an einem Messestand die Fragen von Besuchern, formuliert vielleicht eine KI die Antworten. Wer davorsteht, sieht den Unterschied nicht.

03Abgrenzung

Jeder Begriff beantwortet eine andere Frage

  • Wie sieht er aus?

    Digital Human

    Beschreibt nur das Aussehen. Die Gestalt aus dem Film fällt ebenso darunter wie die am Messestand.

  • Wen vertritt er?

    Avatar

    Ein Bild oder eine Gestalt, die für jemanden steht, vom Profilbild bis zur eigenen Gestalt in einem Videospiel.

  • Wer spricht?

    KI-Avatar

    Ein Avatar, dessen Worte eine KI formuliert. So heissen bei uns Albert, Vera, Tina und Ken.

  • Wem ist er nachgebildet?

    Digitaler Zwilling

    Die Nachbildung einer echten Person, mit ihrem Gesicht oder ihrer Stimme. Erzeugt eine KI sie und kann man sie für echt halten, ist sie nach der KI-Verordnung ein Deepfake, und wer sie einsetzt, muss das grundsätzlich offenlegen.

Ein Gesicht kann mehrere dieser Antworten tragen. Das Fraunhofer IAO hat einen fotorealistischen KI-Avatar von Joseph von Fraunhofer entwickelt, der 1826 starb. Man kann in Echtzeit mit ihm sprechen, und das Institut nennt ihn in einem Pressetext vom Mai 2026 selbst einen digitalen Zwilling.

04Unsere Wahl

Warum wir bei «KI-Avatar» bleiben

Digital Human hätte betont, was man auf der Leinwand ohnehin sieht. KI-Avatar nennt, was man nicht sieht, und bei unseren Charakteren lässt sich das Video dauerhaft mit diesem Wort kennzeichnen.

Digitale Zwillinge sind unsere Charaktere auch nicht. Anders als der digitale Joseph von Fraunhofer hat keiner von ihnen ein reales Vorbild. Albert, Vera, Tina und Ken sind frei erfunden.

05Für Veranstalter

Drei Fragen klären mehr als der Begriff im Angebot

  1. 01

    Spricht eine KI oder ein Mensch?

    Steuert ein Mensch die Gestalt, planen Sie ihn ein wie einen Sprecher, mit Probe und Platz hinter der Bühne. Spricht eine KI, braucht sie ein Briefing zum Thema, und jemand muss eingreifen können.

  2. 02

    Wie wird die Gestalt gekennzeichnet?

    Ist sie einer echten Person nachgebildet, können die Regeln für Deepfakes gelten. Halten Sie fest, wer die Offenlegung übernimmt. Fragen Sie auch, ob das Publikum einen Hinweis im Bild sieht.

  3. 03

    Wer liest mit, und wer kann abbrechen?

    Eine KI kann danebenliegen. Fragen Sie, ob jemand die Antwort sieht, bevor sie zu hören ist, und wer am Anlass den Stoppknopf bedient.

Auch bei uns sitzt während des Anlasses ein Mensch an der Technik, neben Ihrer Tontechnik am Pult, und bringt Laptop und Tablet mit. Anders als in der Liveshow leiht er dem KI-Avatar keine Stimme. Die Worte formuliert die KI, den Stoppknopf hat die Moderation.

Die KI-Verordnung kommt hier nur vor, soweit sie die Begriffe betrifft. Eine Rechtsberatung für Ihren Anlass ist das nicht.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 3 Nummer 60 und Artikel 50, zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744
  2. Fraunhofer IAO: Der digitale Joseph im Dialog, Pressetext vom 28. Mai 2026

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