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Was zeichnet ein KI-Avatar auf der Bühne auf, und wo liegt es?

Kurz gesagt

Der KI-Avatar hört, was Ihre Tontechnik vom Mischpult in unseren Laptop schickt, standardmässig nur die Bühnenmikrofone. Ein Dienst in der Cloud schreibt mit, getrennt nach Sprechern. Das Transkript wird auf unserem Laptop abgelegt, zum Formulieren geht der Text an ein Sprachmodell in der Cloud. Sagen Sie es Ihren Gästen auf der Bühne mit der Einladung.

Stand 2. Oktober 2026

01Das Transkript

Was der Saal nicht hört, kann im Transkript stehen

Ein Beispiel: Ein Gast auf dem Podium sagt zur Nachbarin etwas, das nicht für den Saal bestimmt ist. Sein Mikrofon ist heruntergezogen, im Saal hört niemand den Satz. Im Transkript kann er trotzdem stehen.

Das liegt am Weg des Tons. Das Moderationsmikrofon kommt auf einem eigenen Kanal zu uns, die übrigen Bühnenmikrofone schickt Ihre Tontechnik über einen Aux-Send vom Mischpult in unseren Laptop. Dieser Send greift vor dem Fader ab. Ein heruntergezogenes Mikrofon läuft auf ihm weiter.

Standardmässig liegen darauf nur Bühnenmikrofone. Stimmen aus dem Publikum nimmt der KI-Avatar dann nicht auf. Liegt ein Saalmikrofon auf dem Send, kommen auch Fragen aus dem Saal ins Transkript. Wiederholt die Moderation eine Frage stattdessen laut oder tippt sie sie auf dem Tablet ein, bleibt die Stimme der fragenden Person aus dem Transkript.

02Der Datenweg

Wohin ein Satz von der Bühne geht

Zwei Dinge liegen bei uns, bevor der Anlass beginnt. Am Anlass arbeiten dann drei Dienste in der Cloud mit.

  1. 01

    Briefing

    Thema, Position und die Teilnehmenden mit Namen und Funktion. Personendaten liegen also schon vor, bevor jemand spricht.

  2. 02

    Probeaufnahme

    Eine kurze Aufnahme vor dem Anlass, damit der KI-Avatar seinen Namen erkennt. Wer ihn darauf ausspricht, hinterlässt eine Aufnahme der eigenen Stimme.

  3. 03

    Ton

    Am Anlass geht er von unserem Laptop live an einen Spracherkennungsdienst in der Cloud.

  4. 04

    Transkript

    Der Dienst schickt den Text zurück, getrennt nach Sprechern. Das Transkript wird auf unserem Laptop abgelegt. Zum Formulieren geht der Text samt Briefing an ein Sprachmodell in der Cloud.

  5. 05

    Antwort

    Die Antwort geht als Text an einen Avatar-Dienst in der Cloud. Der macht daraus Bild und Stimme für die Leinwand.

03Das Recht

Neben jedem Satz ein Name: Was das Recht daraus macht

Weil im Transkript neben jedem Satz ein Name steht, ist das Gesagte ein Personendatum, genauso wie Name und Funktion im Briefing. Darunter fallen nach DSG und DSGVO alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person beziehen (Art. 5 Bst. a DSG; Art. 4 Nr. 1 DSGVO).

Verantwortlich ist, wer über Zweck und Mittel der Bearbeitung entscheidet. Wer in dessen Auftrag bearbeitet, ist Auftragsbearbeiter (Art. 5 Bst. j und k DSG). Sie laden die Gäste ein und entscheiden, dass ein KI-Avatar mitdiskutiert. Wir bedienen die Technik und geben die Daten an die Dienste weiter. Eine Bearbeitung im Auftrag braucht einen Vertrag oder eine gesetzliche Grundlage (Art. 9 Abs. 1 DSG; Art. 28 Abs. 3 DSGVO).

Die drei Dienste in der Cloud sind Empfänger der Daten. Gehen Daten ins Ausland, gelten eigene Regeln (Art. 16 DSG; Art. 44 DSGVO für Übermittlungen ausserhalb von EU und EWR).

04Information

Was Ihre Gäste schon in der Einladung lesen sollten

Informieren muss der Verantwortliche, und zwar grundsätzlich bei der Beschaffung der Daten (Art. 19 DSG; Art. 13 und 14 DSGVO). Die Rollen müssen deshalb geklärt sein, bevor die Einladung hinausgeht.

In die Einladung an die Gäste auf der Bühne gehören vier Angaben.

  • Dass ein KI-Avatar mitdiskutiert und welche Mikrofone er mithört.
  • Wer mitschreibt und wohin der Text geht.
  • Wer verantwortlich ist und wie man ihn erreicht, wozu und auf welcher Rechtsgrundlage die Daten bearbeitet werden, wie lange sie bleiben und welche Rechte die Gäste haben.
  • Welche Dienstleister Daten erhalten und, wenn Daten ins Ausland gehen, in welchen Staat und mit welchen Garantien.

Die Einladung selbst schreibt die KI-Verordnung der EU nicht vor. Bei einem Anlass in der EU muss der Anbieter aber dafür sorgen, dass Gäste und Moderation spätestens dann wissen, dass eine KI mitredet, wenn sie zum ersten Mal mit ihr sprechen, ausser das liegt auf der Hand (Art. 50 Abs. 1 und 5). In der Schweiz ist Art. 50 grundsätzlich nicht bindend, der Hinweis bleibt dort gute Praxis. Am einfachsten erledigt ihn die erste der vier Angaben in der Einladung.

05Vor dem Anlass

Was feststeht und was wir mit Ihnen klären

Die Frist, nach der Transkript, Briefing und Probeaufnahme gelöscht werden, klären wir mit Ihnen vor dem Anlass.

Das steht fest

  • Den Laptop mit dem Transkript bedient am Anlass jemand von uns, neben Ihrer Tontechnik.
  • Das Live-Transkript sieht die Moderation auf einem Tablet in unserem eigenen Netz, nicht im WLAN des Veranstaltungsorts.

Das klären wir mit Ihnen

  • Wer Verantwortlicher ist, wer im Auftrag bearbeitet, und der Vertrag dazu.
  • Die Namen der drei Dienste und ihr Sitz.
  • Ob die Dienste Ton oder Text aufbewahren, und wie lange.

So kann der Absatz in Ihrer Einladung lauten. Die eckigen Klammern füllen oder streichen wir vor dem Anlass gemeinsam.

«An der Diskussion nimmt ein KI-Avatar teil, der die Mikrofone auf der Bühne [und das Saalmikrofon] mithört. Ein Dienst in der Cloud schreibt mit, was Sie sagen, im Transkript steht Ihr Name dazu. Das Transkript liegt auf dem Laptop von Aura51, für die Antworten des KI-Avatars geht der Text an ein Sprachmodell in der Cloud. Verantwortlich ist [Name, Kontakt]. Daten erhalten [Dienste, Sitzstaat]. Gelöscht wird nach [Frist].»

Diese Seite fasst Bestimmungen des Schweizer Datenschutzgesetzes, der DSGVO und der KI-Verordnung der EU zusammen. Sie ersetzt keine Rechtsberatung für Ihren Anlass.

Quellen

  1. Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), SR 235.1, Artikel 5, 9, 16 und 19
  2. Verordnung (EU) 2016/679, Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Artikel 4, 13, 14, 28 und 44
  3. Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 50, zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744

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